Frau arbeitet mit Arbeitshandschuhen

Arbeitshandschuhe

Hochwertige Arbeitshandschuhe in unterschiedlichen Ausführungen bieten während der Arbeit optimalen Schutz für die Hände.

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Arbeitshandschuhe für besten Schutz – das sollte beachtet werden

Die Hände sind die bei Arbeitsunfällen am häufigsten betroffenen Körperteile. Handverletzungen können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und bringen oft einen langwierigen Heilungsprozess mit sich. Abseits des menschlichen Leids, entstehen bei diesen Unfällen meist enorme Kosten für Ausfallzeiten, Behandlung und Rehabilitation. Deswegen sind Schutzhandschuhe wie bspw. Montagehandschuhe, Schnittschutzhandschuhe, Hitzeschutzhandschuhe, Kälteschutzhandschuhe oder Chemikalienschutzhandschuhe ein wesentlicher Bestandteil der persönlichen Schutzausrüstung und sollten mit großer Sorgfalt ausgewählt werden. Nicht nur der Tragekomfort, auch die Anwendungsbereiche und gesetzliche Normen und Vorschriften beeinflussen die Auswahl – eine sorgfältig durchgeführte und schriftlich dokumentierte Arbeitsplatzevaluierung ist eine gute Basis für die Auswahl der passenden Schutzhandschuhe.

Auf einen Blick
    Mann mit Arbeitshandschuhen beim Schneiden mit Stanley-Messer
    Verschiedenste Varianten und Arten von Schutzhandschuhen schützen die Hände bei der täglichen Arbeit mit Maschinen, Werkzeugen, schweren, spitzen oder scharfen Gegenständen sowie Chemikalien oder Hitze.

    Die Auswahl von Schutzhandschuhen – diese Kriterien gilt es zu beachten

    Es gibt viele Kriterien, die bei der Auswahl der geeigneten Arbeitshandschuhe eine wichtige Rolle spielen und unbedingt beachtet werden sollten.

    • Anwendungsbereich: Die Basis für die richtige Auswahl von Arbeitshandschuhen ist immer eine gute und schriftlich dokumentierte Arbeitsplatzevaluierung, in der die Gefahren am jeweiligen Arbeitsplatz beurteilt werden. Nur wer weiß, vor welchen Gefahren die Arbeitshandschuhe schützen müssen, kann die richtige Wahl treffen. Nach der Arbeitsplatzevaluierung ist auch klar, ob Handschuhe der Schutzkategorie I, II oder III zum Einsatz kommen müssen.

    Gefahrenstufe

    Gefahrenbeschreibung

    Handschuhausführung

    Arbeitshandschuhe Schutzkategorie I

    geringe oder keine Verletzungsgefahr, z. B. bei allgemeinen Reinigungs- und Reparaturarbeiten

    minimale Risiken

    Arbeitshandschuhe Schutzkategorie II

    ernstzunehmende Verletzungsgefahr, die in nahezu allen Industrieanwendungen auftritt

    mittlere Risiken

    Arbeitshandschuhe Schutzkategorie III

    verbunden mit lebensbedrohenden Tätigkeiten: Umgang mit kontaminierten Stoffen oder hochkorrosiven Chemikalienmischungen, Feuerbekämpfung oder Hochspannungsarbeiten

    irreversible Risiken

    • Arbeitsumgebung: Die Arbeitsumgebung beeinflusst die Auswahl von geeigneten Arbeitshandschuhen. Werden die Handschuhe beispielsweise in nassen Umgebungen oder sehr lange getragen, kommen sie in heißen oder kalten Umgebungen zum Einsatz oder ist für die Ausführung der Arbeit erhöhtes Tastgefühl notwendig?

    • Tragekomfort: Damit die Träger trotz Handschuhen effizient arbeiten können und auch die Sicherheit gewährleistet ist, ist es wichtig, dass Sicherheitshandschuhe gut sitzen, nicht drücken, zu eng sind oder verrutschen. Die passende Größe spielt eine wesentliche Rolle. Arbeitgeber sollten auch individuelle Wünsche und Anforderungen der einzelnen Träger berücksichtigen. Nur mit hoher Trageakzeptanz werden Arbeitshandschuhe auch wirklich verwendet.

    • Beschichtung: Unterschiedliche Beschichtungen bieten unterschiedliche Vorteile und Schutzwirkungen. Mithilfe von Tests und durch die Einbeziehung von Mitarbeitern wird geklärt, welche Beschichtung für die jeweiligen Anforderungen ideal geeignet ist.


    Unterschiedliche Arbeitshandschuhe zum Schutz vor verschiedenen Gefahren

    Je nachdem, vor welchen Gefahren Arbeitshandschuhe schützen, welchen Anforderungen sie genügen und wie und wo sie eingesetzt werden sollen, kommen unterschiedliche Varianten von Arbeitshandschuhen zum Einsatz. Genauere Angaben zu den hier angegebenen Normen finden Sie im Absatz „Arbeitshandschuhe – gesetzliche Bestimmungen, Prüfverfahren und Kennzeichnung“.

    Person trägt Arbeitshandschuhe beim Flexen

    Schutz vor mechanischen Gefährdungen: Diese Handschuhe schützen vor Gefahren wie Hautabschürfungen, Schnitten, Stichen, Quetschungen oder Prellungen und müssen daher sehr robust und gut gepolstert sein. Die Anforderungen an diese Arbeitshandschuhe zum Schutz vor mechanischen Gefährdungen sind in der europäischen Norm EN 388 definiert.

    Die Haberkorn Empfehlung: Handschuhe zum Schutz vor mechanischen Gefahren

    Mann mit Chemikalienhandschuhen bei der Arbeit mit Chemikalien

    Schutz vor chemischen Gefährdungen: Diese Handschuhe schützen den Träger vor Gefahren wie Hautreizungen, Hautverletzungen oder Allergien, ausgelöst durch den Kontakt mit Chemikalien, und müssen daher besonders robust und dicht sein. Die Anforderungen an Arbeitshandschuhe zum Schutz vor chemischen Gefährdungen werden in der EN 374 definiert.

    Die Haberkorn Empfehlung: Handschuhe zum Schutz vor chemischen Gefährdungen

    Mann mit Arbeitshandschuhen putzt eine stark verschmutzte Oberfläche

    Schutz vor mikrobiologischen Gefährdungen: Diese Handschuhe schützen den Träger vor dem Eindringen von Viren, Bakterien, Schimmelpilzen, Parasiten und Prionen über geschädigte Hautstellen. Die Anforderungen an Arbeitshandschuhe zum Schutz vor mikrobiologischen Gefährdungen werden in der EN 374 definiert.

    Die Haberkorn Empfehlung: Handschuhe zum Schutz vor mikrobiologischen Gefährdungen

    Schmied bei der Arbeit mit Feuer und glühendem Metall

    Schutz vor thermischen Gefährdungen durch Hitze und Feuer: Diese Handschuhe schützen vor Gefährdungen durch Feuer, Kontaktwärme, konvektive Hitze, Strahlungswärme und geschmolzenes Metall. Die Anforderungen an Arbeitshandschuhe zum Schutz vor Gefährdungen durch Hitze und Feuer werden in der EN 407 definiert.

    Die Haberkorn Empfehlung: Handschuhe zum Schutz vor thermischen Gefährdungen durch Hitze und Feuer

    Mann im Freien mit Zange, dicker Jacke und Kälteschutzhandschuhen

    Schutz vor thermischen Gefährdungen durch Kälte: Diese Handschuhe schützen vor konvektiver Kälte oder Kontaktkälte bis –50 °C. Die Anforderungen an Arbeitshandschuhe zum Schutz vor Gefährdungen durch Kälte werden in der EN 511 definiert.

    Die Haberkorn Empfehlung: Handschuhe zum Schutz vor thermischen Gefährdungen durch Kälte

    Mann mit Elektrikerhandschuhen bei der Arbeit

    Schutz vor elektrischen Gefährdungen: Diese Handschuhe schützen den Träger vor den Auswirkungen von durch Menschen fließendem Strom auf das Nerven- und Muskelsystem. Die Anforderungen an Arbeitshandschuhe zum Schutz vor elektrischen Gefährdungen werden in der EN 60903 (EN 16350:2014) definiert.

    Die Haberkorn Empfehlung: Handschuhe zum Schutz vor elektrischen Gefährdungen

    Schutz vor kombinierten Gefährdungen: Immer wieder kommt es vor, dass nicht nur eine der genannten Gefahren vorkommt, sondern eine Kombination daraus. Um in solchen Situationen die geeignetste Handschuh-Variante zu finden, stehe n wir Ihnen gerne beratend zur Seite.

    Bernhard Bär

    Einfach da.

    Bernhard Bär
    Sortimentsmanager Arbeitsschutz

    Arbeitshandschuhe – gesetzliche Bestimmungen, Prüfverfahren und Kennzeichnung

    Die Anforderungen an und Prüfungen von Arbeitshandschuhen werden durch verschiedene Normen geregelt. Die aus den Prüfungen resultierenden Ergebnisse und Einsatzmöglichkeiten werden mithilfe verschiedener Kennzeichnungen und Piktogramme für die Anwender ersichtlich gemacht. Es gibt allgemeine Vorschriften, die für alle Arten von Schutzhandschuhen gelten, und spezielle Anforderungen für bestimmte Handschuh-Varianten und deren Einsatzzwecke.

    Generell gilt die PSA-Verordnung, die festlegt, dass Arbeitgeber für Tätigkeiten, bei denen die Gefahr von Verletzungen der Hände oder von Hautschädigungen besteht, zweckentsprechende Arbeitshandschuhe bzw. den passenden Armschutz zur Verfügung stellen müssen. Welche Gefahren das lt. PSA-Verordnung im Detail sind, was bei der Auswahl gesetzlich zu beachten ist und welche Vorgaben Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen sonst noch berücksichtigen müssen, kann in der PSA-Verordnung unter dem Punkt „Hand- und Armschutz“ nachgelesen werden. Arbeitshandschuhe, die der PSA-V entsprechen, weisen immer das CE-Kennzeichnen auf. Weitere Kennzeichnungen, die auf jedem Arbeitshandschuh zu finden sein müssen, sind folgende:

    • Typen-, Artikel- oder Modellnummer

    • Größenangabe

    • Handschuhbezeichnung

    • Anschrift und Name des Herstellers

    • Verfallsdatum, falls die Schutzwirkung durch Alterung beeinträchtigt wird

    Neben der PSA-V und den bereits aufgezählten Kennzeichnungen gibt es im Bereich der Schutzhandschuhe noch weitere wichtige Normen, die zur Anwendung kommen. Diese geben an, worauf die Handschuhe geprüft wurden und welchen Anforderungen sie genügen. Anhand der Prüfergebnisse werden die Handschuhe jeweils noch weiter in unterschiedliche Leistungsstufen unterteilt, die anhand ergänzender Zahlen und Buchstaben bei den jeweiligen Piktogrammen angegeben werden.

    EN 388:2016 – Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken

    Diese Norm regelt die Anforderungen an, Prüfverfahren für und Kennzeichnungen von Schutzhandschuhen gegen mechanische Risiken.

    Prüfverfahren für Handschuhe zum Schutz gegen mechanische Risiken

    • Abriebfestigkeit: Das Material, aus dem der zu prüfende Schutzhandschuh besteht, wird mit Schleifpapier unter Druck bearbeitet, wobei die Anzahl der Zyklen, die erforderlich ist, um ein Loch in das Material zu schleifen, als Bezugsgröße dient. Bei mehrschichtig konstruierten Handflächen werden die Werte aller Materialien addiert. Ist ein Handschuh mit der höchsten Leistungsstufe 4 gekennzeichnet, so hat das Material zumindest 8.000 Zyklen ohne Lochbildung überstanden.

    • Schnittfestigkeit: Für die Prüfung der Schnittfestigkeit von Handschuhmaterialien kommen zwei Verfahren zum Einsatz.

      • Das Coupe-Verfahren: Ein rotierendes Rundmesser wird mit konstanter Geschwindigkeit und gleichbleibender Kraft von fünf Newton über ein eingespanntes Stück des Gewebes hin und her bewegt. Das Leistungslevel zwischen 1 und 5 wird aus der gesamten zurückgelegten Strecke berechnet, welche die Klinge bis zum Durchschneiden der Probe gebraucht hat. Da die Klinge jedoch nach und nach an Schärfe verliert, kann vor allem bei Schutzhandschuhen mit Schnittschutzlevel 4 oder 5 eine andere Art von Prüfung aussagekräftigere Ergebnisse liefern.

      • Die TDM-Testmethode nach EN ISO 13997: Eine gerade Klinge wird in einer Bewegung über die Probe geführt, wobei jedes Mal eine neue Klinge verwendet wird. Die bis zum Durchschneiden zurückgelegte Strecke mit verschieden hohem Kraftaufwand wird aufgezeichnet und grafisch dargestellt, um die Kraft zu bestimmen, bei der das Gewebe nach 20 mm Weglänge durchschnitten wäre. Auf der Grundlage dieser Kraft wird ein Leistungslevel zwischen A und F errechnet. Die Ergebnisse können manchmal jenen des Coupe-Tests widersprechen.

    Prüfparameter

    Coupe-Verfahren

    TDM-Testmethode

    verwendetes Gerät

    Coupe-Testgerät

    TDM- 100 (Tomodynamometer)

    Klingen

    rotierendes Rundmesser

    gerade Klinge

    Klingen

    wird während des gesamten Tests nicht ausgetauscht

    Einwegklingen

    Weg der Klinge

    80 mm

    20 mm

    angewandte Kraft

    konstant bei 5 N

    zunehmend

    geeignet für

    geringe Schnittschutz-Stufen

    alle Schnittschutz-Stufen

    Kontra

    Nicht gut geeignet für Handschuhe, deren Fasern Glas oder Stahl enthalten. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Klinge abstumpft, wenn sie mit Glas oder Stahl in Kontakt gekommen ist. Dies kann zu Prüfergebnissen führen, die nicht der tatsächlichen Schutzqualität des Materials entsprechen: Für die betreffenden Handschuhe werden ungewöhnlich gute Prüfergebnisse erzielt.

    Die Verwendung einer neuen Klinge nach jedem Schnitt ist zeitaufwändig und teuer.

    definierte Bewertungen

    Schnittindex

    Newton

    Stufen

    5 Zahlen (1 bis 5)

    6 Buchstaben (A bis F)

    • Weiterreißfestigkeit: Das Handschuhmaterial wird eingeschnitten, danach wird die Kraft gemessen, die erforderlich ist, um das Material zu reißen. Die höchste Leistungsstufe ist 4, was einer Kraft von 75 Newton entspricht.

    • Durchstichfestigkeit: Man misst die Kraft, die erforderlich ist, um den Handschuh mit einem Nagel von definierter Größe mit einer Geschwindigkeit von 10 cm/min zu durchstechen. Die höchste Leistungsstufe ist 4, was einer Kraft von 150 Newton entspricht.

    • Schutz gegen stoßartige Gefahren: Der geschützte Bereich der Handschuhe wird mit einer Stoßkraft von 5 J getestet. Die übertragene Kraft muss der höchsten Stufe, in diesem Fall Stufe 1, mit einem Einzelergebnis von ≤ 9,0 kN und einer durchschnittlichen Kraft von ≤ 7,0 kN entsprechen. Aufgrund der beschränkten Oberfläche kann der Bereich rund um die Finger mit dieser Methode nicht getestet werden.

    Kennzeichnung von Handschuhen zum Schutz gegen mechanische Gefährdungen

    Die Kennzeichnung nach EN 388:2016 gibt an, wie die Schnittfestigkeit, die Durchstichfestigkeit, die Weiterreißfestigkeit und die Abriebfestigkeit bei den jeweiligen Prüfungen eingestuft wurden – also wie gut der jeweilige Arbeitshandschuh vor mechanischen Gefahren schützt. Wenn der Schutzhandschuh zusätzlich einer Stoßschutzprüfung standhält, kann an sechster Stelle außerdem der Buchstabe P angegeben werden.

    Erklärung der Kennzeichnung lt. EN 388:2016
    Die Kennzeichnung lt. EN 388:2016 sagt viel über den jeweiligen Schutzhandschuh aus – wenn man weiß, was die Ziffern und Buchstaben bedeuten.

    EN 374:2016: Schutzhandschuhe für den Umgang mit Chemikalien

    Diese Norm definiert die Anforderungen an, Prüfverfahren für und Kennzeichnung von Arbeitshandschuhen, die den Träger vor Chemikalien und Mikroorganismen schützen sollen.

    Prüfverfahren für Handschuhe zum Schutz gegen chemische Risiken

    Geprüft werden einerseits das Eindringen einer Chemikalie in den Schutzhandschuh durch schadhafte oder poröse Stellen im Material oder auch undichte Nähte, die sogenannte Penetration, sowie die Permeation, also die Zeit, die eine bestimmte Chemikalie benötigt, um durch das Handschuhmaterial zu gelangen. Es wird die Beständigkeit der Handschuhe gegenüber 18 verschiedenen Chemikalien geprüft und in sechs Leistungsstufen unterteilt.

    Kennbuchstaben

    Chemikalie

    CAS-Nummer

    Klasse

    A

    Methanol

    67-56-1

    primärer Alkohol

    B

    Aceton

    67-64-1

    Keton

    C

    Acetonitril

    75-05-8

    Nitril

    D

    Dichlormethan

    75-09-2

    Chlorkohlenwasserstoff

    E

    Kohlenstoffdisulfid

    75-15-0

    organische schwefelhaltige Verbindung

    F

    Toluol

    108-88-3

    aromatischer Kohlenwasserstoff

    G

    Diethylamin

    109-89-7

    Amin

    H

    Tetrahydrofuran

    109-99-9

    heterozyklischer Ether

    I

    Ethylacetat

    141-78-6

    Ether

    J

    n-Heptan

    142-85-5

    gesättigter Kohlenwasserstoff

    K

    Natriumhydroxid 40 %

    1310-73-2

    anorganische Base

    L

    Schwefelsäure 96 %

    7664-93-9

    anorganische Säure

    M

    Salpetersäure 65 %

    7697-37-2

    Anorganische Säure

    N

    Essigsäure 99 %

    64-19-7

    Organische Säure

    O

    Ammoniakwasser 25 %

    1336-21-6

    Organische Base

    P

    Wasserstoffperoxid 30 %

    7722-84-1

    Oxidationsmittel

    Q

    Flusssäure 40 %

    7664-39-3

    Anorganische Säure

    R

    Formaldehyd 37 %

    50-00-0

    Aldehyde

    Permeationsstufe

    Durchdringungszeit

    Leistungsstufe 1

    10 Minuten

    Leistungsstufe 2

    30 Minuten

    Leistungsstufe 3

    60 Minuten

    Leistungsstufe 4

    120 Minuten

    Leistungsstufe 5

    240 Minuten

    Leistungsstufe 6

    480 Minuten

    Kennzeichnung von Handschuhen für den Umgang mit Chemikalien

    Die Kennzeichnung nach EN 374:2016 gibt an, wie gut und vor welchen Chemikalien der jeweilige Schutzhandschuh schützt. Auf Basis der Prüfergebnisse der Penetration und der Permeation werden Arbeitshandschuhe in drei Typen unterteilt, wobei aus Sicht der Unfallverhütung immer Typ A zu empfehlen ist. Zusätzlich zur Angabe, um welchen Typ es sich handelt, werden die Kennbuchstaben der Chemikalien angegeben, gegen die der Handschuh laut den Prüfergebnissen der Permeation schützt. Achtung: Erhöhte Temperatur und Dehnung während des Arbeitens können die mögliche Tragzeit stark verringern. Die Leistungsstufe wird auf Handschuhen nicht angegeben, da verschiedene Stoffe unterschiedliche Permeationszeiten haben.

    Typ C (entspricht mind. Leistungsstufe 1): Die Permeation entspricht einer Zeit von mindestens zehn Minuten, die alle in der obenstehenden Liste verzeichneten Chemikalien brauchen, um durchzudringen.

    Kennzeichnung lt. EN 374:2016 Typ C

    Typ B (entspricht mind. Leistungsstufe 2): Die Permeation entspricht einer Zeit von mindestens 30 Minuten, die drei in der obenstehenden Liste verzeichnete Chemikalien brauchen, um durchzudringen.

    Kennzeichnung lt. EN 374:2016 Typ B

    Typ A (entspricht mind. Leistungsstufe 2): Die Permeation entspricht einer Zeit von mindestens 30 Minuten, die sechs in der obenstehenden Liste verzeichnete Chemikalien brauchen, um durchzudringen.

    Kennzeichnung lt. EN 374:2016 Typ A

    EN 407:2004: Schutzhandschuhe gegen thermische Risiken (Hitze und Feuer)

    Diese Norm spezifiziert die thermische Leistungsfähigkeit sowie die Prüfverfahren und Kennzeichnung von Schutzhandschuhen in Bezug auf Hitze und/oder Feuer. Nach dieser Norm zertifizierte Schutzhandschuhe schützen vor starker Hitze als Ergebnis von Verbrennungsprozessen, Strahlung oder Spritzern von geschmolzenem Metall.

    Prüfverfahren für Handschuhe gegen thermische Gefährdungen durch Hitze und Feuer

    Laut EN 407:2004 werden Sicherheitshandschuhe nach folgenden Kriterien geprüft und klassifiziert.

    • A: Schutz vor Entzündung: Bei dieser Prüfung wird das Handschuhmaterial für 15 Sekunden einer Gasflamme ausgesetzt. Danach wird die Zeit gemessen, die das Material benötigt, um nicht mehr zu brennen bzw. zu glühen. Die höchste Leistungsstufe ist 4. Arbeitshandschuhe mit dieser Einstufung weisen eine maximale Nachbrennzeit von zwei Sekunden und eine maximale Nachglühzeit von fünf Sekunden auf.

    • B: Schutz vor Kontaktwärme: Bei dieser Prüfung wird der Temperaturbereich (100 bis 500 °C) gemessen, dem der Handschuh ohne eine Erwärmung der Innenseite von mehr als 10 °C standhält. Die höchste Leistungsstufe ist 4; Arbeitshandschuhe mit dieser Einstufung halten Temperaturen von +500 °C stand.

    • C: Schutz vor konvektiver (allmählich durchdringender) Wärme: Der Sicherheitshandschuh wird offenem Feuer ausgesetzt und es wird gemessen, wie lange es dauert, bis die Temperatur im Inneren um 24 °C steigt. Die höchste Leistungsstufe ist 4. Bei Arbeitshandschuhen mit dieser Einstufung dauert es mindestens 18 Sekunden, bis die Temperatur im Inneren des Handschuhs um 24 °C steigt.

    • D: Schutz vor Strahlungswärme: Der Handschuh wird einer Wärmestrahlung ausgesetzt und es wird die Zeit gemessen, die vergeht, bis eine gewisse Wärmemenge durchgedrungen ist. Die höchste Leistungsstufe ist 4. Arbeitshandschuhe mit dieser Einstufung schützen zumindest für 95 Sekunden.

    • E: Schutz vor Spritzern geschmolzenen Metalls: Es wird gemessen, wie viele Tropfen geschmolzenen Metalls nötig sind, um die Temperatur zwischen Handschuhmaterial und Haut um 40 °C zu erhöhen. Die höchste Leistungsstufe ist 4. Sicherheitshandschuhe mit dieser Einstufung benötigen 35 Tropfen oder mehr, bis die Temperatur um 40 °C steigt.

    • F: Schutz vor großen Mengen geschmolzenen Metalls: Es wird gemessen, wie viel Gramm geschmolzenen Eisens erforderlich sind, um an der Innenseite des Handschuhmaterials befestigte künstliche Haut (PVC) zu beschädigen. Die höchste Leistungsstufe ist 4. Das bedeutet, dass zumindest 200 Gramm flüssigen Metalls notwendig sind, um die Haut zu verletzen.

    Kennzeichnung von Handschuhen gegen thermische Gefährdungen durch Hitze und Feuer

    Die Ergebnisse der diversen Prüfverfahren nach EN 407:2004 werden mithilfe von sechs Ziffern angegeben. Jede Ziffer spiegelt das Leistungsverhalten in einer Kategorie wider. Steht ein X anstelle einer Zahl von 1–4, bedeutet das, dass der Handschuh für das entsprechende Risiko nicht geprüft wurde.

    Schutzstufe

    1

    2

    3

    4

    Kennzeichnung

    A.    Brennverhalten (s)
    Nachbrennzeit
    Nachglimmzeit


    ≤ 20
    keine Anforderung


    ≤ 10
    ≤ 120


    ≤ 3
    ≤ 25


    ≤ 2
    ≤ 5

    erste Zahl der Kennzeichnung

    B. Kontaktwärme (s)

    100 °C

    ≥ 15

    250 °C

    ≥ 15

    350 °C

    ≥ 15

    500 °C

    ≥ 15

    zweite Zahl der Kennzeichnung

    C. konvektive Wärme (s)

    ≥ 4

    ≥ 7

    ≥ 10

    ≥ 18

    dritte Zahl der Kennzeichnung

    D. Strahlungswärme (s)

    ≥ 7

    ≥ 20

    ≥ 50

    ≥ 95

    vierte Zahl der Kennzeichnung

    E. Wärmebelastung durch kleine Spritzer geschmolzenen Metalls (Anz.)

    ≥ 10

    ≥ 15

    ≥ 25

    ≥ 35

    fünfte Zahl der Kennzeichnung

    F. Wärmebelastung durch große Mengen flüssigen Metalls (g)

    30

    60

    120

    200

    sechste Zahl der Kennzeichnung

    Kennzeichnung lt. EN 407:2004

    EN 511: Schutzhandschuhe zum Schutz vor Kälte

    Diese Norm definiert die Anforderungen an, Prüfverfahren für und Kennzeichnung von Arbeitshandschuhen, die den Träger vor Kälte und ihren Folgen schützen sollen.

    Prüfverfahren für Handschuhe zum Schutz vor Kälte

    Geprüft werden die Schutzhandschuhe auf konvektive Kälte und Kontaktkälte.

    • Konvektive Kälte: Es wird die Energiemenge gemessen, die notwendig ist, um die Temperatur eines erwärmten Handmodells (30 bis 35 °C) mit Schutzhandschuh gegenüber der konstanten Raumtemperatur aufrechtzuerhalten. Es wird in vier Leistungsstufen unterteilt – je höher die Zahl, desto besser das Prüfergebnis.

    • Kontaktkälte (Prüfung nach ISO 5085): Als Messgröße dient die Veränderung des Temperaturgefälles, wenn das Handschuhmaterial als Isolator zwischen eine kalte und eine heiße Platte gelegt wird. Es wird in vier Leistungsstufen unterteilt – je höher die Zahl, desto besser das Prüfergebnis.

    • Wasserundurchlässigkeit (Prüfung nach EN ISO 15383): Es wird getestet, wie lange kein Wasser in den Arbeitshandschuh eindringt. Bei mehr als 30 Minuten gilt die Prüfung als bestanden.

    Leistungsstufe

    0

    1

    2

    3

    4

    A. konvektive Kälte (Isolation ITR/m²)

    |<0,10

    0,1<| <0,25

    0,15<| <0,22

    0,22<| <0,30

    0,30<|

    B. Kontaktkälte (thermischer Widerstand R/m²)

    R<0,025

    0,025<R<0,050

    0,050<R<0,100

    0,100<R<0,150

    0,150<R

    C. asserdurchdringung, 5 Min.

    Penetration

    keine Penetration

    Kennzeichnung von Handschuhen zum Schutz vor Kälte

    Bei Kälteschutzhandschuhen werden neben dem Piktogramm drei Zahlen angegeben. Die erste steht dabei für die konvektive Kälte, die zweite für die Kontaktkälte und die dritte für die Wasserdichtheit. Jedes dieser Kriterien kann in vier Leistungsgruppen aufgeteilt werden. Ist statt einer Zahl ein X angegeben, so wurde der Handschuh nicht für das entsprechende Risiko geprüft.

    Kennzeichnung lt. EN 511

    EN 16350:2014: Schutzhandschuhe mit elektrostatischen Eigenschaften

    Diese Norm definiert die Anforderungen an, Prüfverfahren für und Kennzeichnung von Schutzhandschuhen mit elektrostatischen Eigenschaften.

    Prüfverfahren für Handschuhe mit elektrostatischen Eigenschaften

    Die Atmosphäre bei der Prüfung zur Bestimmung des Durchgangswiderstands muss sich aus einer Lufttemperatur von 23 ± 1 °C und einer relativen Luftfeuchte von 25 ± 5 % zusammensetzen. Der Durchgangswiderstand muss < 100 Megaohm sein (Rv < 1,0 x 108 Ω), wobei der Durchgangswiderstand Rv nach DIN EN 1149-2:1997 geprüft wird.

    Es werden fünf Proben gemessen. Jeder einzelne dieser Messwerte muss den Grenzwert einhalten.

    Kennzeichnung von Handschuhen mit elektrostatischen Eigenschaften

    Anders als im Schuh- oder Bekleidungsbereich gibt es keine ESD-Norm beziehungsweise zulässige ESD-Kennzeichnung für Schutzhandschuhe.

    Das ESD-Siegel dient ausschließlich dazu, dem Anwender eine Hilfestellung zu geben, die Kennzeichnung ist aber nicht verbindlich. Handschuhe, die gemäß EN 16350 getestet wurden, können in Bereichen eingesetzt werden, die ESD-Produktschutz erfordern.

    Kennzeichnung lt. EN 163050:2014


    Die wichtigsten Materialien bei Schutzhandschuhen

    Bei Arbeitshandschuhe zum Schutz vor thermischen Gefahren wird zwischen Naturfasern und Chemiefasern unterschieden. Sie unterschieden sich außerdem durch Garnstärke, Maschendichte und die Beschichtung. Arbeitshandschuhe aus Naturfasern wie Baumwolle eignen sich besonders gut für trockene Arbeiten, bieten aber im Gegensatz zu Arbeitshandschuhen aus Chemiefasern wie Aramid, Nylon, Acryl oder Kevlar nur geringen Schutz. Besonders bewährt haben sich Arbeitshandschuhe aus Leder zum Schutz vor mechanischen Gefährdungen.

    Zum Schutz vor Chemikalien und bei der Arbeit mit biologischen Arbeitsstoffen haben sich Handschuhe aus Naturlatex, Nitril, Neopren und PVC bewährt.

    Für Arbeiten mit Hitze oder Feuer empfehlen wir Schutzhandschuhe aus künstlichen organischen Fasern wie Polyamid. Bei Temperaturen unter 200 °C können Lederhandschuhe eingesetzt werden. Bei hohen Temperaturen eignen sich Schutzhandschuhe aus Glasfasergewebe.

    Vor Kälte schützen Handschuhe mit einer thermischen Isolierungsschicht besonders gut. Dazu zählen Arbeitshandschuhe mit aufgerauter Innenbeschichtung und Handschuhe mit wasserdichten Außenbeschichtungen.


    Die Bedeutung der unterschiedlichen Beschichtungen bei Arbeitshandschuhen

    Bei Arbeitshandschuhen sind die häufigsten Außenbeschichtungen aus Polyurethan (PU), Nitril, Nitrilschaum und Latex.

    • PU ist besonders dünn und bringt ein gutes Fingerspitzengefühl.

    • Nitril ist glatt, dicht und bietet einen guten Schutz gegen Öle, Fette und Flüssigkeiten.

    • Nitrilschaum federt Stöße gut ab, ist atmungsaktiv, flexibel und lässt Flüssigkeiten nur bedingt durch.

    • Latex bietet durch seine Dicke einen guten Schutz gegen spitze und raue Gegenstände.


    Schutzhandschuhe richtig reinigen

    Grundsätzlich wird empfohlen, Arbeitshandschuhe regelmäßig nur von Hand mit milder Seife und einer Bürste zu reinigen. Eine zu aggressive Reinigung kann Beschädigungen des Handschuhs nach sich ziehen. Waschmaschinengänge sollten vermieden werden, es sind diesbezüglich aber immer die Herstellerinformationen zu beachten. Sind Arbeitshandschuhe waschmaschinentauglich, können sie meist bei 30 bis 40 Grad gewaschen werden. Die Handschuhe sollten immer an der Luft getrocknet werden.


    Professioneller Hautschutzplan

    Im Hautschutzplan werden die Gefahren für die Haut am jeweiligen Arbeitsplatz sowie die zu verwendenden Hautschutzmittel, Hautreinigungsmittel und Hautpflegemittel aufgeführt. So ein Hautschutzplan ist gesetzlich vorgeschrieben und muss ausgehängt werden. Außerdem ist er Teil der regelmäßigen Unterweisung. Die im Plan aufgeführten Produkte sind vom Arbeitgeber kostenlos zur Verfügung zu stellen.

    Wir helfen Ihnen sehr gerne bei der Auswahl der passenden Produkte und erstellen mit Ihnen gemeinsam einen auf Ihre Anforderungen zugeschnittenen Hautschutzplan. Kontaktieren Sie uns!

    Mehr zum Service Hautschutzpläne.

    Bernhard Bär

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    Bernhard Bär
    Sortimentsmanager Arbeitsschutz
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